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Der Geistbach
(Wargebeke)

Die Wargebeke, auch Geistbach genannt, ist ein inzwischen versickerter Nebenfluss der münsterschen Aa, der durch den Stadtteil Pluggendorf (heute: Aaseestadt) floss.

Die Wargebeke wurde meist einfach Geistbach" genannt, weil sie auf der Hohen Geist entsprang. Ihre Quelle lag hinter dem "Haus Geist", etwa auf halbem Wege zwischen Weselerstraße und Hammerstraße.  Haus Geist war ein Gräftenhof Gräftenhof, dessen Gräfte vom Geistbach gespeist wurde. Heute steht auf dem Grundstück von Haus Geist das Clemenshospital und von der Gräfte blieb noch ein Teil als Teich im Garten erhalten.

Im weiteren Verlauf bildete der Geistbach eine Schleife (auf der Karte nicht mehr sichtbar), wodurch eine Art Insel entstand. Davon zeugen heute noch die Straßennamen "Gut Insel" und "Inselbogen".

Das Jesuitenkloster Haus Sentmaring kurz vor dem Abriss

Sodann lieferte sie das Wasser für den Gräftenhof Haus Sentmaring, das im 18. Jahrhundert in den Besitz der Jesuiten überging, die hier ein Kloster einrichteten. Es wurde 2003 abgerissen und auf dem Grundstück entstand ein Park, in dem das frühere Bett des Geistbachs noch zu erkennen ist.

Hinter Haus Sentmaring floss das Wasser unter der Weselerstraße hindurch über das Gelände der Friedrichsburg (Mutterhaus der Vorsehungsschwestern). Dort füllte er während des Zweiten Weltkriegs einen Löschteich, weil dieses Gebiet wegen seiner Nähe zur wichtigen "Ringstraße" häufig bombardiert wurde.

Geistbach und Gräfte bei Haus Sentmaring


Auf dem Gelände der Freidrichsburg entsteht zurzeit ein neues Heim für die Vorsehungsschwestern. Bei den Ausschachtungsarbeiten trat das Wasser des Geistbachs wieder an die Oberfläche.


Am Ende der Körnerstraße stand bis zur Zerstörung im Krieg Pennekamps Sägemühle. Die Baumstämme konnten längs der Straße An den Mühlen im Wasser des Geistbachs transportiert werden, indem man sie einfach in Richtung Aa schwimmen ließ.

Er erreichte dann die Teichstraße, wo ihn im Mittelalter das Domkapitel zu kleinen Fischteichen gestaut hatte. Zwischen Averkampstraße und Richard-Schirrmann-Weg erreichte der Bach dann die Aa.

Der Geistbach ist heute nicht mehr zu sehen - verschwunden ist er nicht. Auf dem Gelände des Klosters Freidrichsburg wird gebaut - und siehe da: es sammelt sich wieder Wasser, genau dort, wo einst der Geistbach floss.
(Foto: 16.Mai 2018)

(Karte: Ursula Richard-Wiegandt, Münster und seine Stadtteile, 30 Jahre Eingemeindung 1975 - 2005, S. 155)