Die Friedrichsburg, das Mutterhaus der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, wurde aufgelöst. Die noch lebenden Schwestern zogen in einen Neubau im früheren Klostergarten.

 

Das Klostergebäude war die  1725  von Gottfried Laurenz Pictorius erbaute Kurie des Domherren Friedrich von Galen - daher der Name. Es war ursprünglich eine Dreiflügelanlage mit zwei Nebengebäuden und einem geometrisch angelegten Garten. Der Hauptzugang befand sich im Osten  von der heutigen Weseler Straße her. 
1929 kauften die Vorsehungsschwestern das Gebäude von der Familie der Grafen Galen und ließen durchgreifende Änderungen vornehmen. Im Zweiten Weltkrieg erfuhr es in fünf Bombenangriffen so weitgehende Zerstörung, dass nur noch Teile des Haupthauses genutzt werden konnten. Der jetzt noch (2020) vorhandene Bau ist im wesentlichen Nachkriegsbau aus den 50er Jahren, an dem  in den achtziger Jahren weitere An- und Umbauten vorgenommen wurden.
Nach dem Umzug der letzten Schwestern wird das Gebäude wahrscheinlich abgerissen.
Das Gelände wurde von der LVM gekauft.
Ab 2022 wird ein Neubau erfolgen.

Hier einige Impressionen von Ostern 2020


Der Haupteingang
Die beiden Sandsteineinfassungen stammen wohl noch von dem ursprünglichen Gebäude  von Laurenz Pictorius oder wurden ihm nachempfunden.

 



Die dem Garten zugewandte Hauptfront. Vom ursprünglichen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist hinter dem Vorbau mit den Balkonen nichts mehr zu erkennen

Die kleine Kapelle im Klostergarten diente zur Ausbahrung verstorbener Schwestern. Daneben befindet sich ein kleiner Glockenturm. Die Glocke rief drei Mal täglich zu Gebet: morgens um 7 Uhr, mittags um 12 Ihr und abends um 18 Uhr. Das Geläut war dem ganzen Stadtviertel vertraut.




Ein Gartenhaus zur Aufbewahrung von Gartengeräten für den stets liebevoll gepflegten Klostergarten. Es hat offensichtlich den Krieg überstanden, denn es ist auf alten Fotos ebenfalls zu sehen.



Im Sommer sprudelte im Klostergarten ein kleiner Brunnen.Das Wasser stammte aus dem heute kanalisierten Geistbach



In den 70er Jahren wurde für die Schwestern sogar ein eigenes Schwimmbad gebaut. Als es jedoch immer weniger genutzt wurde, richtete der Orden hier ein kleines Museum zur Ordensgeschichte ein. Die Dokumente befinden sich jetzt im Besitz des Bischöflichen Archivs.

Ein unauffälliger Zeuge aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese kleine verwitterte Rundbank. Bänke, die um Bäume herum gebaut wurden, waren damals typisch für das Erholungsgebiet am Aasee. Diese letzte Bank ist, wie man sieht, schon jetzt Teil der Baustelle und wird gewiss bald verschwinden..



In der Südostecke des Geländes befindet sich noch eine kleine tönerne Pietà. Der Öffentlichkeit war nur wenig bekannt, dass sich auch zwischen der Weseler Straße und dem Klostergebäude ein großer Garten befand, an dessen Begrenzungsmauern sich in der Sommerzeit wunderschöne Rosen rankten.

Ein Holzkreuz steht noch auf der von hohen Bäumen umstandenen Wiese im Osten des Klostergebäudes. Es gehörte ursprünglich zu dem im Krieg durch Bomben zerstörten Friedhof, wurde aber unversehrt unter den Trümmern gefunden.




 

Ein Luftbild von google-maps zeigt die gesamte Anlage der Friedrichburg im Jahre 2018. Im Zentrum des Bildes befindet sich das Kloster mit seinen beiden Seitenflügeln, von denen der südliche die Klosterkirche beherbergt. Am rechten Bildrand verläuft die vierspurige Weselerstraße. Der Zugang zum Kloster von dieser Seite war fast immer verschlossen, da der Innenhof wenig beobachtet wurde und mehrfach Einbrecher anlockte. Die Hauptzufahrt wurde zur Staße Hoppendamm verlegt, auf dem Bild am oberen Rand leicht leinks von der Bildmitte.

Was einst ein wunderschöner Park war, ist hier nur noch als Baustelle zu erkennen. Dort befinden sich heute drei Gebäudetrakte, einer als neue Heimat für die Vorsehungsschwestern, die anderen als qualitativ hochwertige Wohngebäude.

Im unteren linken Viertel des Bildes ist das Altenheim Friedrichsburg zu sehen.

Quellen: LWL

Schwester Angelika Welzenberg, Die Westfälische Provinz der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, 1. Band, 1993

Fünfzig Jahre Pfarrgemeinde Sankt Antonius Münster, Festschrift 1959

Augenzeugenberichte