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Pluggendorf vor fast 450 Jahren


Schon im Jahre 1569 gab es viel Leben in Pluggendorf an der Aa (Alpha Fluvius)

Ein Kupferstich,  heute in British Museum in London zu sehen, zeigt, dass in Münster immer schon  Arbeit und Vergnügen in gleicher Weise zu Hause waren.

Dieser Stich stammt von dem Kupferstecher Remigius Hogenberg aus Wesel, der ihn nach einer Zeichnung des bekannten Münsteraner Zeichners und Malers Hermann tom Ring angefertigt hatte. Veröffentlicht wurde er 1980 im Antiquariat Stenderhoff in Münster und von Karl-Heinz Kirchhoff (Historiker) und von Paul Pieper (Kunsthistoriker) mit Erläuterungen versehen.

In der Mitte des Ausschnittes erkennt man deutlich das Aegidiitor. Etwas weiter westlich fließt friedlich die Aa. Durch ein Wehr mit drei spitzbogigen Öffnungen tritt der Fluss in die Stadt ein. Aber das Wasser wurde auch umgeleitet in den Graben der Stadtbefestigung. Dieser verläuft unter der Brücke des Aegidiitores  und umgibt das Rundell, dass heute noch (oder wieder) am Kanonengraben zu sehen ist.

Ein kleines Haus vor dem Graben kann Leute aufnehmen, die man gar nicht in die Stadt lassen wollte – Kranke etwa oder Bettler. Aber vor dem Tor findet gerade eine Schlägerei statt. Frauen rennen herbei, vielleicht wollen sie eingreifen.


Das Wasser der Aa war an dieser Stelle noch sauber. Bei ihrem Austritt aus der Stadt war sie das natürlich nicht mehr, musste sie doch alle Abwässer aufnehmen. Hier aber konnte man baden, Pferde tränken, angeln, Boot fahren oder einfach am Ufer sitzen - genau wie heute. Im Bild rechts unten   kommt sich ein verliebtes Pärchen langsam näher.



Das meiste Land rechts der Aa – also das heutige Pluggendorf – war Weideland. Aber man erkennt auch die Bleiche am Ufer. Lange Stoffbahnen liegen ausgebreitet im Gras, sogar Hemden und Hosen sind zu sehen. Ein Mann schöpft Wasser, um sie zu befeuchten.



Vom Aegidiitor geht die Straße aus, auf deren Trasse sich heute die Weseler Straße befindet. Sie führte direkt zum Rhein. Man sieht: auch damals gab es bereits Verkehrsrowdis, denn ein von Pferden gezogener Planwagen überholt in voller Geschwindigkeit halsbrecherisch eine Herde Ochsen.



Zwischen Straße und Fluss hat eine wohlhabende Bürgerfamilie einen Garten angelegt, zu dem ein kleines Gartenhaus mit gewölbtem Dach gehört. Eine gebückte Frau jätet Unkraut.


Ein Steinmetz hat Mühlenräder gefertigt; eine der Pluggendorfer Mühlen ist am Bildrand zu sehen. Es muss sich um die Brockhoffmühle handeln, die etwa auf dem Gelände der heutigen Handwerkskammer lag und die wohl die älteste und bedeutendste aller Pluggendorfer Mühlen war